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SALTATIO MORTIS: Zirkus Zeitgeist

Krass, wie schnell einfach die Zeit verfliegt. Es soll schon fünf Jahre her sein, dass Saltatio Mortis ihr großes 10jähriges Jubiläum gegeben haben? Anscheinend schon, denn die neue Scheibe, die den perfekt passenden Namen Zirkus Zeitgeist trägt, kleidet sich in einer tollen Edition zur Feier von 15 Jahren Bandgeschichte. Wer an mittelalterlichen Rock denkt, der muss automatisch zur achtköpfigen Combo rübersehen, die schon seit dem Jahre 2000 mit Dudelsäcken und E-Gitarren unterwegs ist. Allerdings befassen sich die Jungs schon lange nicht nur noch mit mittelälterlichen Themen wie Met, der Pest oder Zauberei sondern, wie der Name schon sagt, mit aktuellen Themen, die den Zahn der Zeit absolut treffen.

Was man Saltatio Mortis absolut lassen muss, ist das Gespür für großartige Opener. Wo sind die Clowns startet mit zirkusmäßigem Ambiente und wird dann großflächig mit Dudelsack unterstützt um dann mit voller Instrumentalisierung reinzukrachen. Ist zwar jetzt nichts Neues, da die Truppe immer mit Songs dieser Art am Anfang ihrer Alben glänzen, aber dennoch schaffen sie es noch eine Schippe draufzulegen und sich im gleichen Zug noch über das Unwohlsein der Welt beschweren zu können. Direkt der folgende Willkommen in der Weihnachtszeit lugt mit sarkastischen "Ho-Ho-Ho´s" und tollen weihnachtlichen Melodien um die Ecke. Da kann man sofort mitsingen und auch viel lachen. Alleine der Satz "...draußen sind noch 30 Grad doch im Supermarkt ist Weihnachtszeit..." hat mir direkt ein Lächeln auf die Lippen gezaubert. Das wird ein geiler Livesong, vor Allem der transponierte Refrain am Ende haut nochmal ordentlich rein. Wie nicht anders zu erwarten ist der Anteil von altertümlichen und modernen Instrumenten perfekt ausgewogen und lässt das mittelalterliche Rockerherz immer wieder höher schlagen. Doch nach diesem eindrucksvollen Start wird es dann direkt sehr ruhig bei Nachts weinen die Soldaten der zu Anfang sehr an Auf Wiederseh´n von Feuerschwanz erinnert, dann aber metallisch und anprangernd weiter tönt. Während die Gitarren düster dudeln lässt das Schlagzeug die Becken klingen, darüber Aleas drückender Gesang und wir haben hier keine erwartete Ballade sondern einen dunklen Song über das Vergessen unserer Kameraden.
Recht gewöhnungsbedürftig kommt dann Des Bänkers neue Kleider vorbei, der zwar ordentlich mit zweistimmigen Gitarren reinhaut aber sich im Refrain leicht verliert. Zwar ein guter Song aber eher ein Mitläufer als ein Highlight. Doch dafür geht dann direkt Maria an den Start, der zwar auch sehr bedrückend sowohl thematisch als auch musikalisch klingt aber durch den immer wiederkehrenden Satz "Kyrie eleison" (Herr, erbarme dich) nach der letzten Hoffnung ringt. An dieser Stelle kann man den Gesang von Frontmann Alea, der Bescheiden, im wahrsten Sinne des Wortes in den höchsten Töne loben. Jede einzelne Note sitzt und trifft genau ins Herz um dort förmlich zu explodieren.

So, die erste Hälfte des Albums ist sehr rund abgekaspert. Es fehlen tatsächlich so einige Ecken und Kanten, die man aber auch schon auf Vorgängerplatten vermisst hat. Überproduziert würde ich die Platte aber trotzdem nicht nennen, da man das Herzblut in jedem einzelnen Song doch ordentlich rausschmecken kann So auch mit dem fast verherrlichen Track Wir sind Papst, der auch als Opener hätte durchgehen können. Locker flockig trotz kritischem Unterton ist hier an der Tagesordnung und die kann sich ordentlich hören lassen. Auch der weitere Verlauf von Zirkus Zeitgeist ist wirklich sehr kritisch gehalten. Klar, andere Alben haben sich auch schon mit modernen und aktuellen Themen beschäftigt aber hier auf einen Schlag ist man doch zunächst etwas erstarrt, auch wenn die Thematiken erst am Ende komplett preisgegeben werden, wie in Augen zu wo plötzlich der Führer und "Sieg heil!" auftauchen. Oder auch Trinklied, wo der beste Freund der Alkohol an sich ist, den man vergessen will und hat. Allerdings kommt diese Message etwas platt daher. Klar, Tiefgang ist eine tolle Sache, aber hätte dieser cool klingende und fast metallische Song auch als Danke an einen richtigen Freund funktioniert. Fast schade. Aber kurz vor Ende kann man ja weiterschalten. Einen Song möchte ich noch ganz besonders hervorheben und das ist Geradeaus. Super Track, handelt von einer Band namens Saltatio Mortis, die ihre eigene Geschichte erzählt indem sie ihre bisherigen Songnamen und Texte einbaut um über Vergangenheit zu berichten und die Zukunft anzusteuern. Mit viel Witz und einer ordentlichen Portion Herz kann dieser Song schon fast als eine Hymne für die Combo gelten. Aber auch der spätere Rattenfänger ist ein rhythmisch-springender Titel der Extraklasse, der zum Refrain fett reinklingt und schön ausgearbeitet ist, ohne dass besonders viel passiert. Auf der Zielgeraden hängt man sich an den vorangegangenen Sound ran und klingt dann ruhig und balladesk mit Abschiedsmelodie aus. Wer allerdings Besitzer der Limited Edition ist, der darf sich noch auf ganze drei Bonustracks freuen, die sich wunderbar in den Rest des Albums eingliedern. Vor Allem der zunächst traditionelle Gaudete ist toll ins Moderne arrangiert und klingt einfach nur genial.
Für genau diese Besitzer der limitierten Edition haben sich Saltatio Mortis noch etwas ganz Besonderes ausgedacht. Die zweite CD enthält 15 Tracks, für jedes Jahr der Band. 15 Lieder, die man alle kennt, allerdings nicht in diesen Versionen. Alle möglichen Künstler haben sich Songs der Mittelaltercombo rausgepickt und sie zu ihrem eigenen Werk verwurstet, mit erstaunlichen Ergebnissen. Einige Bands erkennt man sofort am Stil, wie zum Beispiel Subway To Sally oder auch Schandmaul. Interessanter wird es dann aber mit Betontod oder Lord Of The Lost. Die Freunde von Feuerschwanz und Versengold dürfen natürlich nicht fehlen, ich will über die Remixe an sich allerdings nicht zuviel verraten, denn das muss man einfach selbst gehört haben!

Zirkus Zeitgeist trifft den Nagel auf den Kopf, was Thema, Geschichte und Zeit an sich angeht. Saltatio Mortis haben die Lederrüstung abgelegt und fühlen sich im Hier und Jetzt pudelwohl ohne ihre Wurzeln zu vergessen. Wie schon erwähnt mag dem Ein oder Anderen dieser Longplayer vielleicht etwas zu glattgeleckt sein, aber dafür fährt die Truppe so viel für ihre Fans und Neueinsteiger auf, dass Zirkus Zeitgeist in keiner anständigen Musiksammlung fehlen sollte. Sowohl die härteren Klangliebhaber als auch die Dudler haben ihren Spaß an dieser Platte und sollten sich dieses Klangspektakel nicht entgehen lassen!

Anspieltipps:
Wo sind die Clowns Maria
Geradeaus
Rattenfänger

Tracklist
1. Wo sind die Clowns?
2. Willkommen in der Weihnachtszeit
3. Nachts weinen die Soldaten
4. Des Bänkers neue Kleider
5. Maria
6. Wir sind Papst
7. Augen zu
8. Geradeaus
9. Erinnerung
10. Trinklied
11. Rattenfänger
12. Todesengel
13. Vermessung des Glücks
14. Abschiedsmelodie
15. Gossenpoet (Bonus)
16. Mauern aus Angst (Bonus) 17. Gaudete (Bonus)

Bonus CD Limited Deluxe Edition:
01. IX - Subway To Sally
02. Spiel mit dem Feuer - Betontod
03. Lebensweg - Unheilig
04. Falsche Freunde - Schandmaul 05. Prometheus - Mr. Hurley & Die Pulveraffen
06. Nichts bleibt mehr - Doro
07. My Bonnie Mary - Fiddler´S Green
08. Satans Fall - Lord Of The Lost
09. Galgenballade - Feuerschwanz
10. Der Sandmann - Versengold
11. Uns gehört die Welt - BerlinskiBeat[feat. Corvus Corax]
12. Sündenfall - Unzucht
13. Krieg kennt keine Sieger - Vanden Plas
14. Habgier und Tod - Ost+Front
15. Manus Manum Lavat - Faey

Veröffentlichung:14.08.2015
Stil: Mittelalter / Rock
Label: Napalm Records
Website: http://saltatio-mortis.com
Facebook: https://www.facebook.com/saltatiomortisofficial

Cover

31.08.2015 by HerInfernalMajesty

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