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Amphi Festival 2014: Eine Nachlese

Der Tag X ist endlich da. Das Gelände des X. Amphi Festivals öffnet die Tore und ich schreite im Namen von Nightshade zusammen mit Otti hindurch. Kaum angekommen, trifft man schon die ersten bekannten Gesichter, und gute Freunde sind auch schon da. Nachdem wir uns kurz einen Überblick verschafft und erst einmal den Stand von die-schwarze-Familie.net bevölkert haben, ging es dann auch schon schnell mit der ersten Band auf der Mainstage los.

Samstag

Mit den Juggernauts.

Bei dieser Band ist mir als erstes das Science-Fiction-mäßige Outfit, insbesondere die eher witzig anmutenden Kugelhelme, aufgefallen. Nur konnte ich sie keinem Weltraumbewohner zuordnen... Es ging sofort los, aber wider Erwarten mit doch eher seichtem EBM. Tanzbar, aber was das Tempo und die Intensität betrifft, mit bekannten Größen nicht unbedingt vergleichbar. Ich muss wohl dazu sagen, dass mir die Band bisher nur vom Namen her bekannt war, sie schien aber in der EBM-Welt schon einen festen Platz eingenommen zu haben, was zumindest die schon zu recht früher Zeit eingetroffene größere Zuschauermenge erahnen ließ. Es hat vielen gefallen, also: alles richtig gemacht.

Direkt im Anschluss ging es auf der Mainstage weiter mit der Band She Past Away, einer türkischen Darkwave-Band, die schon aufgrund diverser Auftritte in kleineren Clubs eine Fangemeinde aufbauen konnte. Ihre schönen, melodischen Lieder, unterlegt mit düsteren und klassisch wavigen Soundwelten haben mich direkt in ihren Bann gezogen und somit hat die Band ganz sicher viele neue Fans hinzugewinnen können. Davon wird man hoffentlich bald mehr hören, ein Album im Herbst ist ja schon geplant.


Clan of Xymox

Tierisch gefreut habe ich mich dann auf die dritte Band, die auch auf der Mainstage auftreten sollte. Clan of Xymox. Wie gebannt habe ich auf Lieder wie Stranger, A Day und Louise gewartet, aber das sollte leider noch etwas dauern. Zuerst waren ein paar Stücke vom neuen Album dran, die eher zum hinsetzen einluden, als zum feiern. Aber die Band ließ sich nicht lumpen und spielte dann zu guter Letzt Emily, Louise und als finalen Song A Day! Wow!

Dann wechselten wir rüber ins Staatenhaus und der nächste Act begann. The Neon Judgement. Allem voraus: Für mich persönlich das Highlight des gesamten Festivals! Sie kamen, wir sahen und sie siegten. 80er-Wave-und-Darkwave-Tanzflächenfüller wie Chinese Black, Fashion Party und TV Treated kamen perfekt und soundgewaltig rüber. Die beiden Bandmitglieder waren so cool, ja so, als hätten sie die letzten 30 Jahre nichts anderes gemacht, als ihre Instrumente aufzustellen und alles vom Besten zu geben. Einfach der Knaller!


The Neon Judgement

Es folgte Corvus Corax als fünfte Band auf der Mainstage. Eine doch sehr klassische Mittelalterband, die seit Ewigkeiten einen festen Platz gefunden hat und bei der einfach immer alles passt. Sie blickt auf eine lange Bandgeschichte und ein umfangreiches Repertoire zurück, was nicht zuletzt durch eindrucksvolle Outfits und mit interessanten Instrumenten untermalt wird. Corvus Corax, da weiß man was man hat.

Mittlerweile hatte sich das Wetter von warm und leicht bewölkt auf sehr warm und sonnig geändert, so ging es für uns dann erst einmal an den Getränkestand um ein kleines Päuschen für die nächste Band einzulegen. Es wurde ein bisschen bei den Ständen mit Kleidung und anderen schönen Dingen geschaut und man traf schon wieder Hinz und Kunz.

Dann ging es weiter mit The Klinik im Staatenhaus. Der gute alte Dirk Ivens. Man konnte ihn wegen seiner schicken Maske zwar nicht erkennen, aber Stimme und Musik haben ihn dann doch verraten. Wie immer, unverkennbar. Die Zeitreise nahm ihren Lauf und bei Moving Hands war es dann um mich geschehen. Ja, der gute alte Dirk weiß, wie es geht.


Midge Ure

Bevor im Staatenhaus Midge Ure seinen Auftritt hatte, begann Front 242 auf der Mainstage zu spielen. Die Betonung liegt auf "begann", weil das Konzert zuerst einmal aufgrund von technischen Problemen beendet werden musste. Allerdings konnte ich mich nicht teilen, und da es bei Front 242 erst einmal nicht gut aussah, blieb ich im Staatenhaus um zu fortgeschrittener Stunde das Konzert eines der Meister des elektronischen Wave-Pop zu genießen. Leider gab es auch hier zu Beginn technische Probleme und dadurch einen zeitverzögerten Auftritt. Die Menge starrte erwartungsvoll auf die Bühne und dann wurden die Erwartungen auch prompt erfüllt. Midge Ure als Gründungsmitglied von Ultravox und Produzent von Visage ließ mit Liedern wie Vienna, Hymn und Dancing with tears in my eyes kein Auge trocken. We fade to grey schoss jedoch den Vogel ab. Als die ersten recht markanten Sounds aus dem Synthie kamen, war die Zuschauermenge nicht mehr zu halten. Der Hammer! Midge hatte natürlich auch Songs aus seiner Solokarriere mit im Gepäck, darunter If I was - wie schön. Es war alles in allem ein gelungener Auftritt und man hörte sogar noch Stunden später Leute die darüber sprachen und Dancing with tears in my eyes trällerten. Ohrwurm halt.

Sonntag

Ein neuer Festivaltag beginnt und die zweite Band des Tages spielt bereits auf der Mainstage, Unzucht. Viel kann ich dazu nicht, sagen, aber es war noch recht früh, und man hatte das Gefühl, dass sich bereits fast alle Festivalbesucher auf dem Gelände befanden. Ein großer Teil davon sah sich Unzucht an, die Resonanz war enorm positiv. Diese noch recht neue Band wusste das Publikum mit seinen unzüchtigen Texten und der einnehmenden Art des Sängers in seinen Bann zu ziehen.

Dann war Solar Fake auf der Mainstage an der Reihe. Unzählige Frauen warteten sehnsüchtig darauf, den Mann zu sehen und natürlich auch zu hören, der, wenn es nach ihnen ginge, ruhig zigfach geklont werden könnte. Jede sollte ihren Sven haben. Zuerst hörte man die ersten Klänge, dann sprang ein schwarz angemalter Mensch auf die Bühne und begab sich an sein Keyboard. Anschließend trat Sven vors Publikum und löste sofort einen Begeisterungssturm aus. Aber, professionell wie er nunmal ist, sang er mit Herzensblut und einer ungebremsten Leidenschaft Lieder vom neuen Album, bekannte Klassiker wie More than this und Songs der ersten beiden Alben. Einfach traumhaft und intensiv.


Solar Fake

Nun war wieder ein Wechsel ins Staatenhaus angesagt. Klangstabil, auf die ich mich auch sehr gefreut hatte, legten direkt los, fett und extrem laut. Alle Hits wurden ausgepackt und man konnte, wie im Club, richtig das Tanzbein schwingen, trotz gut gefüllter Location. Bewegung ist hier ein MUSS und die Ohrwurmlieder wie You may start trugen nicht minder dazu bei. "Es hat mit Mathematik zu tun", so oder so ähnlich kündigte der Sänger Math & Emotion an - ach was war das ein tolles Konzert.

Es dauerte nicht lange und schon kamen The Exploding Boy auf die Bühne im Staatenhaus, eine Band an die ich persönlich hohe Erwartungen hatte, denn für sie ließ ich meine geliebten Mesh ausfallen. Mir es war eben auch einmal wichtig, neuere Bands anzuschauen und nicht das 999te Mal bekannte Größen, die immer wieder dasselbe runterdudeln. Hätte ich nicht gewusst, dass es sich um Schweden handelt, hätte ich gedacht es seien Engländer. Der Stil war speziell und sehr an Bands aus den 80ern angelehnt. Schon etwas wavig, aber nicht zu dark. Ich würde es Indie-Wave nennen. Wenn man einen Vergleich zu She Past Away zieht, würde ich The Exploding Boy als lebendiger und nicht ganz so melancholisch beschreiben. Aber schee war´s. Witzig war, dass die Bandmitglieder alle ganz in weiß gekleidet waren. Bestimmt so als Kontrast; sie selber meinten, das es ihnen aufgefallen sei, dass so viele Schwarz tragen würden. Den ein oder anderen Song, z.B. Dark Cities (II) und Heart of Glass, kannte ich schon aus den Clubs, also ist das Tanzbein auch hier mitgeschwungen. Ein gelungener und professioneller Auftritt einer äußerst interessanten Band!

Immer noch im Staatenhaus und schon leicht kraftlos wegen der doch merkbaren Hitze draußen und der schlechten Luft drinnen habe ich mir Rotersand angeschaut. Nein, besser angehört, es gab kein Durchkommen, das Staatenhaus war randvoll. Aber auch so hat es sich gelohnt. Alle Hits wurden gespielt. Eine tolle Band.


London After Midnight

Schließlich war es soweit: London After Midnight endlich wieder mal live erleben. Leider - für mich völlig unverständlich, da für diese Art von Band völlig unpassend - im Staatenhaus und nicht auf der Mainstage. Naja. Auch LAM konnten hier nicht ganz einwandfrei loslegen. Es gab wieder technische Probleme, die Gitarre des Sängers fiel aus, aber er nahm es gelassen und sang ein bisschen A Capella. Hammerstimme. Leider bekam man auch die Videoprojektion, welche gezeigt werden sollte, nicht ans Laufen... Aber als die Gitarrenkabel ausgetauscht waren ging es trotzdem los und das Video wurde unwichtig. Der charismatische Sänger wickelte das Publikum mit seiner Stimme ein, und Songs wie Kiss und Sacrifice eroberten die Herzen der Zuschauermenge. Schöne Erinnerungen kamen beim einen oder anderen hoch. Für mein Empfinden war der Auftritt recht schnell vorbei, wahrscheinlich genau wegen der richtig guten Songauswahl, dann erscheint so manches Konzert kurzweilig. Klasse Konzert, ich war begeistert und hätte es direkt noch ein zweites Mal sehen können.


Die Krupps

Eine Band mit einem dazu gegensätzlichen Musikstil trat danach im Staatenhaus an: Die Krupps. Sie sind einfach ein Evergreen, aber man wird sie nie satt. Sie streuen ihre Auftritte immer so, dass man für eine gewisse Zeit viele Häppchen Krupps bekommt, dann mal eine zeitlang kaum... Dann freut man sich jedes Mal wieder aufs Neue. Leider hatten auch sie aufgrund von Technikausfällen einen problematischen Start. Es verging eine relativ lange Zeit bis auch hier endlich alles klappte, in der Zwischenzeit beliebte Frontmann Jürgen hier und da zu scherzen. Schließlich ging es doch los, und Lieder wie Der Amboß, Metal Machine Music, To the hilt usw. luden zum ausgiebigen Tanzen ein. Ein bisschen ausflippen durfte man auch. Ein umwerfender Auftritt, so kennt man sie eben.


Lacrimosa

Als Headliner traten Lacrimosa auf. Das Staatenhaus war auch hier wieder randvoll, hier stand eine riesigen Fangemeinde, Menschen die gebannt das Konzert verfolgten und für die es der krönende Abschluss des Amphi Festivals gewesen war. Alles Lüge als Zugabe war ein eindrucksvoller Ausklang.

Direkt am Anschluss machten sich die Nightshadies wieder auf den Weg in das wohlverdiente Bettchen. Es war ein schönes Festival mit tollem Wetter und vielen interessant gekleideten Leuten!

Mehr Infos:
www.amphi-festival.de
www.facebook.com/amphifestival

Bildergalerien:
Camouflage
Clan of Xymox
Corvus Corax
Die Krupps
Front 242
Klangstabil
Lacrimosa
London After Midnight
Midge Ure
Mono Inc.
Solar Fake
The Exploding Boy
The Juggernauts
The Klinik
The Neon Judgement
Unzucht

12.08.2014 by Dark80

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