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Schandmaul: Open Air Duisburg, 11.06.2009

10 Jahre sind in der heutigen Zeit ein komisches Jubiläum für eine Band. Für eine typische Charts-Eintagsfliege lebt man damit deutlich zu lang, im Vergleich zu den "alten Hasen", also jenen Rock-Opas, bei denen man sich immer aufs Neue fragt, wann sie nun endlich mit Rollstuhl vom Zivi auf die Bühne gefahren werden, ist eine solche Gruppe einfach noch zu jung. Schandmaul, eine der derzeit erfolgreichsten deutschen Folk- bzw Medieval-Bands derzeit, haben das erste Jahrzehnt genau richtig genutzt, sich eine riesige Fan-Armee erspielt, und nun zurecht mit dieser insgesamt über ein halbes Jahr lang ihren "Geburtstag" gefeiert.
So gab es bereits im letzten Jahr die 10-Jahres-Feier in München, eine Jubiläumstournee, die Sinnfonie DVD/CD und nun zum Abschluss das 2-tägige Schandmaul Open-Air im Landschaftspark Duisburg. Für den 10. und 11. Juni angesetzt, konnten Fans hier nochmal 2 Abende lang ihre Schandmäuler mit riesigem Programm und Open Air live erleben, wobei die Folktruppe sich tatkräftige Unterstützung geholt hatten: Während am ersten Abend Birgit und Anna jeweils ihre Soloprojekte im Vorprogramm zum Besten gaben, wurden für den Donnerstag niemand anderes als die Folk-Legenden von Fiddler´s Green als Support herangezogen. Das Schandmaul Open-Air versprach somit, ein krönender Höhepunkt für Band und Fans in diesem Jahr zu werden...

Aus beruflichen Gründen (ich hatte in der entsprechenden Woche Spätschicht) war gleich klar, daß ich mich nur für einen der beiden Abende nach Duisburg begeben würde. Zweimal extra frei nehmen wollte ich nicht unbedingt, schließlich muss die ganze Fahrerei und das eigene Leben ja auch irgendwo finanziert werden. Da am Donnerstag zudem die "Schwarzhalt-Party" im Pulp ist, wo ich sowieso hin wollte und somit doppeltes Fahren vermeiden konnte, war der Abend mit den Fiddler´s auch schnell als Besuchstag auserkoren.
Schade war dies nur insofern, daß ich von allen beteiligten Acts vor allem Anna-Katharina Neuland, das Soloprojekt der adretten Schandmaul-Fiedlerin zu gerne mal live gesehen hätte, und sowohl Sava als auch natürlich Fiddler´s Green ja auch im August auf dem Shamrock Castle hoffentlich erleben darf.


Fiddler´s Green

An besagtem Donnerstag dann standen die Vorzeichen zunächst schlecht. Strömender Regen in der gesamten Region, und vor allem während der Anreise, ließ wohl nicht nur mich glauben, das gesamte "Open Air" könne womöglich ins Wasser fallen... Nun, abgesehen davon, daß recht pünktlich zum Veranstaltungsbeginn der Regen nachließ (und bald ganz verschwand) besitzt die durchdachte Freiluftbühne im Landschaftspark sogar eine komplette Überdachung für den Zuschauerbereich.
Das, und die geniale Ästhetik des Landschaftsparks (oder wie Thomas Lindner es auf den Punkt brachte: Stahl!) machte die Location zu einem idealen und gut gewählten Rahmen für dieses Event. Gerade der Kontrast zwischen Folk und Mittelalter auf der einen, und Industriekultur auf der anderen Seite, erzeugte eine knisternde Spannung und eine denkwürdige Athmosphäre.

Fiddler´s Green

Wie schon erwähnt beschränkte sich mein Besuch auf den zweiten Festival-Tag, jenen wo Fiddler´s Green als Gäste den Abend einleiten sollten. Die Betonung liegt hier wirklich auf Gäste, denn es wäre ein Verbrechen die Erlangener, auf den Status einer Vorband zu "reduzieren". Als deutsche Urväter des Folk Rock haben die Fiddler´s quasi das Genre mitbegründet begründet, in welchem nun auch Schandmaul die Herzen zahlreicher Fans im 4/4-Takt schlagen lassen.
Im Jahre 1990 ins Leben gerufen, gehören die tendenziell eher dem Irish Folk zugeneigten Fiddler´s schon fast zu den eingangs erwähnten Rock-Opas, aber auch zu den Vorbildern nahezu aller deutschen Folk-Gruppen und -Fans der Neuzeit. Somit dürften auch die Schandmäuler es schon fast als eine Ehre empfunden haben, Fiddler´s Green als Opener aufbieten zu können. Die Fiddler´s wiederum dankten dies mit einer grandiosen und energiegeladenen Show. Bei bester Laune und vom Publikum euphorisch gefeiert, boten die Folk-Rocker eine gute Stunde lang sowohl Songs vom neuesten Album Sports Day At Killaloe (z.B. Bugger Off und Highland Road), aber auch Hits wie der Kultklassiker Folk´s Not Dead durften natürlich nicht fehlen.
Nach einem gescheiterten Publikums-Intelligenztest - Laola-Wellen mit Umkehrung sind dann doch zu kompliziert für eine Horde angetrunkener Folk-Fans - hatten die Fiddler´s extra für diesen Abend noch recht kurzfristig ein besonderes Schmankerl eingeprobt: Masters of Winds dürfte selbst diejenigen im Publikum aufgetaut haben, die wirklich ausschließlich für den Gastgeber angereist waren.
Und so hinterließen Fiddler´s Green aufgewärmte und äußerst gut gelaunte Zuschauer, von denen die meisten sich, trotz aller Vorfreude auf den "Hauptact" Schandmaul, sicher mehr als nur die eine Zugabe gewünscht haben dürften.


Schandmaul

Schandmaul

Denn trotz aller Schwärmerei für die Fiddler´s sollte eines klar sein: Nahezu jeder der anwesenden Besucher war vor allem für die Gastgeber angereist: Schandmaul.
Was lässt sich über diese Band noch schreiben? Eine meiner persönlichen Lieblingsbands, von der ich bereits ein gutes halebs Dutzend Gigs erleben durfte, und die jedes Mal aufs neue durch die richtige Mischung aus Improvisation, Humor, musikalische Meisterleistung und Perfektion überzeugt. Klar versingt sich der Herr Lindner mal, oder ein Instrumentlein gibt den Geist auf, aber sowas wird mit passendem Charme in die sonst punktgenaue Performance eingebettet. Schandmaul wären nicht sie selbst, wenn sie nicht vor allem durch eines überzeugen würden: Ehrlichkeit.
Und so war natürlich dieses "Geburtstagskonzert" schon fast "wie zu erwarten" genial von Anfang bis Ende. Wenn ich mich nicht verzählt habe, spielte das Sextett genau 30 Songs an diesem Abend. Wer wollte konnte zum Narrenkönig tanzen, die Drei Lieder mitsingen oder in der Anderswelt untergehen. Wobei natürlich vor allem die schnellen Partystücke wie Herren der Winde oder Walpurgisnacht die Tribüne zum Beben und tatsächlich auch Schwanken gebracht haben, sodaß mancher Besucher doch ein wenig Sorge darüber äußerte, ob die leicht aufsteigende Konstruktion unter den springenden Massen stand halten würde. Träumerische und ruhige Klänge haben Schandmaul aber natürlich auch genügend Repertoire, Kalte Spuren, Sonnenstrahl und das wundervolle Willst Du? seien hier als dargebotene Repräsentanten genannt, und die drei Songs über die Sieggfriedssaga (Der Krieger, Drachentöter und Der junge Siegfried) wurden in einem mitreißenden Medley verarbeitet.
Besonders erwähnenswert ist natürlich das Streichertrio, welches große Teile dieses Schandmaul-Konzertes begleiten sollte, und aus hochkarätigen Gästen bestand: Frau Schmidt von Subway to Sally sowie Muttis Stolz und Benni Cellini von der Letzten Instanz unterstützten ihre Freunde und Gastgeber an diesem Abend, und ließen durch ihre Instrumente viele der SchandmaulStücke noch intensiver und kraftvoller klingen also sie eh schon sind.
Kaum überraschend, sondern Pflicht hingegen, ist natürlich das abschliessende und verabschiedende Dein Anblick, welches nahezu jeden Schandmaul-Auftritt beendet, und auch in Duisburg wieder in gänsehauttreibenden Publikums-Chören mündete.
Man kann tatsächlich nicht mehr viel dazu schreiben. Schandmaul muss man selbst live erleben, um zu verstehen welchen Zauber Anna, Thomas, Birgit, Stefan, Martin und Matthias gemeinsam versprühen, wie wundervoll sie ihre Songs umsetzen. Wenn die deutsche Mittelalter- und Folkszene eine gute Seele hat, dann hat diese sich in dieser Musikergemeinschaft konzentriert.

Auf die nächsten 10 Jahre Schandmaul, und vor allem: Stay Folk!

Netzverweise:
Fiddler´s Green: www.fiddlers.de
Schandmaul: www.schandmaul.de

Bildergalerien zum Konzert

Schandmaul:
Galerie 1
Galerie 2

Fiddler´s Green:
Folk diesem Link!

23.06.2009 by Otti

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