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Interview (Musik)Blättern: Vorheriger Artikel | Nächster Artikel

Leaves´ Eyes

Trotz aller Widrigkeiten haben Leaves´ Eyes ihre Beauty and the Beast Tour durchgezogen- Bassistin Alla musste kurzfristig wegen eines Bandscheibenvorfalls ganz absagen, und Sängerin Liv Kristine war durch eine Impfung gegend as H1N1-Virus dermassen geschwächt, dass sie kaum in der Lage war zu sprechen... Was allerdings nicht hieß, daß sie sich die Bühne verbieten ließ. So kam es dann letztlich auch, daß nicht wie üblich sie selbst, sondern Gitarrist Thorsten Bauer sich unseren Interviewfragen stellte - Mit Mütze, guter Laune und einem leckeren Pils für mich.
So ergab sich ein interessantes und offenes Gespräch über Bandfreundschaften, Beziehungsprobleme und die Frage, warum die nordische Mythologie nach wie vor genug Stoff für spannende Metalsongs liefert. An dieser Stelle nochmal ein lieber Gruß an den sympathischen Saitenschwinger und auch den Rest der Band.

Otti: Die Tour ist ja noch relativ jung und dennoch habt ihr ja schon ein paar Konzerte gemacht. Wie war es bisher?

Torsten: Wir waren jetzt bisher in Holland, Luxemburg und der Schweiz - das war unser größtes Konzert. Die Tour läuft sehr gut. Wir sind ja mit einem riesigen Tour-Tross unterwegs - 5 Bands, inklusive einer jungen aufstrebenden Band aus Holland: Stream Of Passion, die ich sehr gut finde. Unsere alten Freunde von Elis, die wir aus gemeinsamen Recording-Zeiten gut kennen, weil sie sehr oft bei uns im Studio sind. Dazu Sirenia, die eine richtig gute Band sind - da haben wir, glaub ich, ein richtig gutes Tour-Package. Obwohl im Moment ja auch so ein Tour-Overkill ist, sind wir mit den Zuschauerzahlen eigentlich ganz zufrieden. Gestern hatten wir den größten Gig der Tour in Pratteln (Schweiz) mit Riesenbühne und allem drum und dran und heut ist, glaube ich, der kleinste Gig.

Otti: Von der Bühne her auf jeden Fall, ja. Hab mich auch schon gewundert, dass das hier ins Turock reinpassen soll.

Torsten: Ja, man siehts ja momentan auch noch unten. Da steht ja noch unheimlich viel Zeugs vor der Bühne. Da sind alle Leute heut auch rein logistisch schon sehr gefordert. Nach Deutschland stehen ja noch einige Benelux-Dates an, Ungarn, Tschechien - ich glaube, das war es grob.


"Eins können wir am besten: und das ist Leaves´ Eyes sein!"

Otti: Gabs schon irgendwelche ganz besonderen Erlebnisse, irgendeine Anekdote, die passiert ist - Stromausfall oder sowas?

Torsten: Also womit wir momentan sehr kämpfen ist, dass die Liv angeschlagen ist. Ihrer Stimme geht es nicht gut. Vorgestern war es extrem, da konnte sie kaum noch sprechen - eigentlich noch besser singen als reden. Da kam beim Reden kaum noch etwas heraus. Und wenn man dann die ganze Zeit im Tourbus unterwegs ist, dann ist das natürlich auch ganz schön anstrengend, weil auch die Erholungsphasen nicht wirklich groß sind. Was nun passieren wird ist, dass bei Atrocity, wo die Liv ja normalerweise auch Gast ist - bei Songs wie Shout zB, die Sandra Schleret von Elis den Part übernehmen wird. Die Liv wird dann erst in letzter Minuten kommen und bei Leaves´ Eyes performen. Die Liv war auch beim Soundcheck deshalb nicht dabei. Das ist momentan so eine Geschichte. Ansonsten sind wir ja nun auch nicht mehr so die jungen Küken, die sich im Tourbus die Birne wegsaufen. Aber wir sitzen jeden morgen zusammen, so gegen sechs oder sieben, das ist eigentlich sehr witzig - die Stimmung ist sehr gut und es macht Spaß.

Otti: Ihr hab da ja momentan ohnehin ein bisschen Pech. Alla ist ja sehr kurzfristig auch ausgefallen - muss man sich da Sorgen machen oder ist es "nur" so etwas wie eine Erkältung?

Torsten: Die Alla hatte einen Bandscheibenvorfall, da hat sich ein Nerv eingeklemmt. Das heißt, der Nerv wird irgendwo gequetscht und dadurch hat sie das Problem, dass drei Finger, manchmal auch die ganze Hand, der rechten Hand gelähmt sind. Sie hat da ein Taubheitsgefühl, kann die Finger zwar bewegen, aber wenn sie mit der anderen Hand darüber fährt, dann spürt sie zwar die linke Hand, aber eben nicht die rechte. Damit ist es natürlich mehr als schwierig. Einige der Songs vom neuen Album sind auf dem Bass durchaus extrem komplex wie zum Beispiel "Frøya's Theme" und solche Songs sind für sie aktuell unmöglich. Deshalb ist sie einer Art Reha, wo sie bis Ende des Jahres an ihrer Genesung arbeiten müssen wird. Sie ist aber nach wie vor in der Band. Glücklicherweise hilft uns dafür der Oli aus, Oliver Holzwarth, der auch bei Tarja Turunen und Blind Guardian spielt. Das ist eigentlich ein alter Kumpel von uns, der auch Bock hatte. Und das läuft auch sehr gut. Mit wenig Proben davor, hat er sich das Programm raufgeschafft.

Otti: Das wäre auch meine Frage gewesen.

Torsten: Ja, wenn man mit guten Leuten zusammenarbeitet *lacht*, dann klappt sowas auch in relativ kurzer Zeit.

Otti: Du hast gerade schon erwähnt, dass ihr ja schon in einigen Ländern wart. Eure kompletten Touren gingen ja quer über den Globus - von Skandinavien bis zu Südamerika - merkt man da Unterschiede im Publikum und in der Reaktion der Leute?

Torsten: Aber hallo, gewaltig! Also bei Konzerten in Südamerika sind die Leute natürlich extrem euphorisch, das heißt die sind völlig verrückt nach europäischer Rockmusik - da werden wir auch behandelt wie Riesen-Stars mit allem drum und dran. Das ist natürlich einerseits sehr angenehm. Amerika ist für uns natürlich auch toll - also Nordamerika bzw. USA, wo wir viele Touren hatten. Da gibt es an der Westküste sehr viel mexikanisches Publikum und durchaus auch eine größere Gruppe von Leuten, die sagen:"Wir haben keinen Bock immer nur Metalcore zu hören!" - ohne die Musikrichtung schlecht zu machen - sondern sie sagen: "Wir haben zu wenig Bands bei uns im Land, die mit Melodien arbeiten" und die freuen sich eben unheimlich, wenn Bands einen sehr melodiösen, atmosphärischen Background haben, was sie oftmals gar nicht so kennen. Und darum ist das für uns auch ein wichtiger Bestandteil in Nordamerika zu touren. Das war eigentlich angesagt für Dezember diesen Jahres, aber wir werden nun nächstes Jahr eine große Tour durch Amerika machen, dann auch Südamerika bereisen und Russland im Februar. Zusätzlich gibt es noch eine Europa-Tour, die Ende März und den kompletten April stattfinden wird.

Otti: Da habt ihr ja in nächster Zeit richtig dickes Programm.

Torsten: Ja, durchaus.

Otti: Wird das dann auch wieder in Verbindung mit Atrocity stattfinden?

Torsten: Nee. Der Grund, warum Atrocity hier jetzt noch dabei ist, ist dass wir für die Werk 80 Platte, die ja eigentlich ein ziemlich großer Erfolg gewesen ist verkaufstechnisch, charts-technisch ist ja immer mittlerweile so eine Sache, noch keine flächendeckende Tour gab. Das heißt wir haben Festivals gespielt, Rock Hard und andere Festivals und im Ausland, aber es gab eben noch keine Tour. Deswegen machen wir das jetzt so. Eigentlich mögen wir das selber gar nicht so sehr, denn es ist ja auch durchaus anstrengend immer zwei Konzerte in der Reihe zu spielen. Wir haben das zuletzt 2004 bei der Tour gemacht und da haben dann alle ein paar Kilos abgenommen, weil man gerade in kleinen Clubs, die dann womöglich auch noch richtig voll sind, so viel schwitzt, wie man gar nicht trinken kann. Das heißt wir brauchten nach der Tour erstmal alle wieder ein Aufpeppelungs-Programm. *lacht*
Jedenfalls ist das der Grund, wieso Atrocity dabei ist, um tourmäßig einfach noch einmal zuzuschlagen. Das wird aber musikalisch und optisch stark unterschieden sein von Leaves´ Eyes - werdet ihr ja auch sehen!

Otti: Was mich überrascht: Leaves´ Eyes ist ja eigentlich noch eine recht junge Band von der Zeitspanne her und ist ja trotzdem extrem erfolgreich geworden. Hat euch das überrascht oder war das für euch schon fast selbstverständlich?

Torsten: Also worüber wir extrem erfreut sind - das wird man auch auf unserer DVD sehen können, wenn man sich die mal anschaut - wir haben eigentlich nahezu weltweit überall Fans. Wir könnten eigentlich, ohne da jetzt großkotzig zu wirken, überall irgendwo spielen. Da gibts natürlich dann schon Unterschiede. Es gibt Länder, in denen es wirklich sehr gut für uns läuft und Länder, in denen es nicht ganz so gut läuft. Generell ist es wirklich ein Phänomen, dass es eine weltweite Geschichte ist. Wir haben ja auch schon fast überall gespielt: ob es jetzt Australien ist, Südamerika, in Europa gibts kein Land, in dem wir nicht gewesen sind. Es gibt auch immer noch Anfragen - Wir hätten auch in China gespielt, das ging dann allerdings nicht. Das war direkt vor den olympischen Spielen und so wurde das wegen dieses Tibet-Konfliktes wieder zurückgezogen. Es ist einfach eine der tollsten Geschichten, die man mit einer Band erleben kann, dass es möglich ist, weltweit Menschen kennenzulernen, Menschen zu bewegen, andere Länder und Kulturen kennenzulernen. Über die Musik ist das so eine verbindende Sprache. Das ist schon echt toll, echt ein Privileg.

Otti: Mal zu eurem neusten Album Njord - das hat ja eigentlich auch sehr gute Kritiken bekommen. Wie geht ihr allgemein mit Kritiken um, auch wenn man auch verreißt?

Torsten: Also ganz prinzipiell ist es ja erstmal so, dass wir uns selbst Ziele stecken. Bei Njord war es schon unser Wunsch ein so dichtes, atmosphärisch kompaktes und organisches Album wie möglich zu machen und ein richtig festes Paket zu haben. Deswegen haben wir auch keine Kosten und Mühen gescheut und die Produktion der Platte hat ja auch zwei Jahre gedauert. Wir haben die kompletten Orchestrierungen gemacht, nicht wie bei anderen Bands - ich will da jetzt niemanden schlechtmachen - wo man nur ein paar Keyboards hört, da hört man bei dieser Platte wirklich ein komplettes Orchester. Diese Sachen haben wir vorab gemacht. Aufgenommen wurde es dann in Weißrussland von Victor Smolski, der einen super Job gemacht hat mit dem was wir vorher erarbeitet haben. Wir hatten einen eigenen Chor im Studio gehabt, den wir selbst aufgenommen haben. Es ist also schon ein Mammutwerk. Wir hatten bei Njord also etwa 120 bis 150 Spuren, die dann der Alex im Studio erstmal wieder bändigen musste, so dass es ein einigermaßen klares Bild gibt, was wirklich wahnsinnig schwierig ist. Aber wir sind da insgesamt sehr zufrieden. Es gibt ja auch ganz neue Dinge: Ich wollte zum Beispiel für mich persönlich ein sehr schönes Langstück haben, weil ich unglaublich gern Songs mag, wie Rime Of The Ancient Mariner von Iron Maiden, ohne davon abkupfern zu wollen. Und Frøya's Theme ist nun ein achteinhalb-minütiger Abschluss mit unglaublich viel Dynamik, hat atmosphärische Passagen, ruhige und wilde Passagen, wo ganz viel passiert - das war mir bei dem Album so wichtig. Zudem gibt es natürlich auch schön folkloristische Klänge wie zB. Irish Rain, was wir heute abend auch spielen werden, oder Les Champs de Lavande. Insofern ist das Album also eine recht runde Geschichte geworden. Natürlich gibt es auch Straight-Forward Songs wie Take The Devil In Me oder My Destiny. Also es ist eigentlich ein bisschen mehr von allem, sehr orchestral und dennoch sind wir eine rockende Band. Einen Teil dazu beigetragen hat natürlich auch unser neuer Schlagzeuger, der eine unglaubliche Spielfreude reingebracht hat und ein absoluter Crack ist. Da macht es einfach richtig Spaß ihm einfach nur beim Schlagzeug spielen zuzugucken. Der macht ja auch Drum Clinic Touren, auch mit dem Schlagzeuger von Korn und weiß der Geier, was der sonst noch alles so anstellt. Aber das sorgt natürlich dafür, dass es nicht nur ein Studioprojekt ist, sondern wirklich auch eine organisch rockende Band. Da sind wir natürlich sehr zufrieden. Und es stimmt schon, es gab sehr viele gute Kritiken und natürlich gibt es immer wieder auch negative Kritiken. Aber es ist ja auch das gute Recht von jedem, etwas nicht gut zu finden - mir gefällt ja auch nicht alles. Blöd wird es nur dann, wenn es Kritiken sind, wo man merkt, dass die Kritik keine Substanz hat und jemand hat sich nicht damit auseinander gesetzt, sondern es geht nur darum, etwas schlechtes zu sagen. Das ist mir bei Njord allerdings eher selten untergekommen und solche Kritik nehme ich dann auch nicht ernst. Denn irgendwann weiß man jenseits der 30 auch, dass wir nicht die größten Helden der Welt und auch nicht die größten Idioten, sondern irgendwo dazwischen, aber eins können wir am besten: und das ist Leaves´ Eyes zu sein! Das ist unser Job, Leaves´ Eyes zu sein und dem gerecht zu werden, was Leaves´ Eyes darstellt. Das ist der einzige Job, den wir zu tun haben und der macht uns Spaß.

Otti: Also mir hat das Album auch sehr gut gefallen. Was mir aber mal wieder aufgefallen ist - das ist ja im Metal-Bereich oft der Fall - es ist wieder nordisch. Findest du nicht, dass das Thema so langsam ein bisschen abgegriffen ist? Gibts nichts anderes im Metal mehr?

Torsten: Nein, ich glaub das eigentlich nicht unbedingt. Ich denke, wir haben da vielleicht einen anderen Zugang zu dem Thema. Schon allein wie die Vinland Saga gestrickt war, als Konzeptalbum, und jetzt auch bei Njord, wo die Liv sich wirklich Mühe gemacht hat, jetzt nicht nur etwas plakativ rüberzubringen, sondern insgesamt zum Beispiel sieben verschiedene Sprachen auf dem Album verwendet wurden. Wenn man sich also die CD und auch die Texte anschaut, dann wird man feststellen, dass da richtig etwas dahinter steckt. Es geht also nicht nur um ein aufregendes BlaBlaBla, sondern es ist eine ganz klare Geschichte. Und von dem her sehe ich diese Problematik eigentlich nicht. Ich glaube nicht, dass wir uns da verstecken müssen, ich denke wir haben da schon ein bisschen einen anderen Zugang haben. Vielleicht auch, weil die Liv natürlich als Frau auch einen anderen Blickwinkel hat und sich da nicht nur auf ...

Otti: Kriegermythologie ...

Torsten: genau Kriegermythologie beschränkt. Sowas gibts natürlich auch wie zB in dem Lied Ragnarok, aber es gibt eben auch ganz viel andere Themen.

Otti: Was ich ohnehin sehr faszinierend finde: Liv und Alex sind ja verheiratet und da wird es garantiert natürlich auch mal Reibereien geben, sowohl privat als auch professionell im Musikbereich. Klappt das trotzdem alles wunderbar?

Torsten: Die Reibereien gibts natürlich - da könnt ich dir hunderttausende erzählen, aber die müssen natürlich in einem gewissen Rahmen bleiben. Also es ist natürlich nicht so einfach, speziell für die Beiden, Privates und Musik zu trennen. Es ist wahrscheinlich einfach intensiver als in anderen Beziehungen: wenn es gut läuft, ist es wahrscheinlich noch seliger und glücklich-machender als bei anderen, weils natürlich ein Privileg ist für die beiden gemeinsam Musik machen zu können und gemeinsam eine Familie zu haben. Gleichzeitig gibt es dann natürlich Phasen, wo es schwierig ist, wo es dann natürlich auch mal Reibereien geben kann. Aber die beiden sind sehr feurige, kraftvolle Menschen und die neutralisieren sich da auch gegenseitig. Das ist also durchaus spannend und es steckt auch sehr viel Leben darin. *lacht*

Otti: Es wird dann auf jeden Fall nicht langweilig.


"Wir haben eigentlich nahezu weltweit überall Fans"

Torsten: Nee, da wirds ganz bestimmt nicht langweilig! Das kann man wirklich sagen. Aber ich muss auch dazu sagen: selbst wenn's Konflikte gibt, dass der eine das besser findet, der andere etwas anderes - sei es bei Texten oder Musik, weil wir natürlich auch alles selbst machen. Da ist es dann ganz oft so, dass im Studio, wenn die Liv singt - dann nehme ich sie auf zum Beispiel und nicht der Alex. Das wäre sonst sicher eine Schwierigkeit, weil das dann einfach sehr vermischt ist. Aber alles in allem funktioniert das wirklich sehr gut und ich kann da bisher nichts schlechtes dran finden.

Otti: Ihr habt ja schon ein bis zwei Titelsongs zu Serien bereitgestellt. Habt ihr auch schon im Spielebereich etwas gemacht?

Torsten: Im Spielebereich bisher noch nicht, nee. Da gibts aber schon eine Idee für zwei Songs, zu der ich allerdings noch nichts verraten kann. Unsere Musik ist ja durchaus sehr bildhaft, egal ob es Lied ist wie Morgenland ... eigentlich sind nahezu alle Lieder so. Wenn man einfach mal an die Decke guckt und die Musik auf sich wirken lässt, dann ruft das sehr viele Bilder hervor. Darum gibts da schon Ideen, das im filmischen umzusetzen, so wie eben auch bei Computerspielen. Aber da kann ich noch nichts genaues verraten, weil es sonst nachher heißt: "Urgh, der hat da sonst was erzählt, Wunder was da passiert und dann passiert doch nix!" *lacht*

Otti: Nee, das wollen wir natürlich auch nicht. Ich kam nur auf die Frage, weil der Oliver ja mit Blind Guardian auch den Titelsong zu Sacred 2 abgeliefert hat. Momentan tut sich da sehr viel, dass Firmen bei Bands aus dem Metal- und Rock-Bereich anfragen.

Torsten: Ja, das stimmt.

Otti: Spielst du selbst irgendwas? Konsolen- oder PC-Spiele?

Torsten: Der Matze, unser Kollege ist ein großer Die Hard Computerplayer. Der zockt auch auf Tour immer wieder ganz unterschiedliche Sachen, natürlich auch die üblichen Verdächtigen. Mich haben immer nur ein paar Spiele bisher so gefesselt. Ein paar so Ballerspiele und ich bin ein großer Der Pate-Fan, aber ansonsten bin ich da nicht so wahnsinnig dran interessiert. Das stiehlt mir dann zuviel Zeit, die ich gern sinnvoller nutzen möchte. *lacht*

Otti: Deswegen will ich das jetzt beruflich machen... aber eine andere Frage: wenn du eine Person aus einem Buch, Spiel oder so sein könntest und dann mal ein Wochenende durchfeiern. Wer wäre es und warum vor allem.

Torsten: Hm, eine Person aus einem Spiel oder einem Buch ...

Otti: ein Film geht auch ...

Torsten: Also einer von meinen absoluten Lieblingsfilmen ist zB Hasch mich, ich bin der Mörder mit Louis de Funès. Wann immer es mir mal blöd geht, dann guck ich mir den Film an. Der ist wunderbar aufgebaut, gemacht wie ein Theaterstück. Und da hätte ich schon Lust mal auszuprobieren, wie der so unterwegs wär. *lacht laut* Aber das ist nur mein persönliches Ding ... ich weiß nicht, ob ihr den Film kennt, aber da wo er die Leiche in den Pavillon bringt ... "es besteht der dringende Tatverdacht, dass sie der Mörder sind ... Ich? Nein! Oh!" - das finde ich schon ziemlich klasse!

Otti: Ich hab noch eine andere Frage. Ihr seid ja insgesamt sechs Leute in der Band, schon eine ganze Menge. Wie würdest du jeden einzeln ganz kurz charakterisieren, in so ein zwei Sätzen?

Torsten: Puh, das ist gar nicht so einfach. Beim Alex gibts die Geschichte - er ist der Mann, der das Unmögliche möglich macht. Wir haben so einen internen Band-Joke, wenn der Alex auf der Titanic gewesen wär, dann wär sie wahrscheinlich nicht gesunken. Wenn der Kapitän gekommen wär und gesagt hätte: "Herr Krull, legen sie bitte ihre Weste an", dann wäre Alex wohl der gewesen, der so reagiert: "Wie, das Schiff sinkt? Das kann ja gar nicht sein! Ich red gleich mal unten mit der Besatzung, das kann überhaupt nicht sein!"
Der Matze sieht oftmal die Dinge so ganz anders als alle anderen. Der hat einen sehr extremen, exclusiven Musikgeschmack und ist gleichzeitig aber auch unglaublich schwäbisch. Das würde er nie zugeben, aber ich behaupte das einfach mal!
Die Liv ist bei all dem, wie sie oftmals angehimmelt oder verehrt wird, ist sie alles andere als eine Zicke. Sie ist so ein ganz - das hört sich nun auch beknackt an - aber sie ist ein ganz lieber Mensch und auch die Person, die sich immer wieder um andere kümmert. Deswegen fällt es ihr aktuell auch schon fast schwer sich mal auszuruhen. Sie hat richtig unglaublich Mühe die Füße stillzuhalten und mal zu sagen: "Jetzt ruh ich mich mal aus und halt auch mal die Klappe und schonst deine Stimme.", weil sie das so gar nicht kennt. Sie ist ein absoluter Sonnenschein, das muss man wirklich ganz klar sagen.
Die Alla ist eigentlich ... hm, wie kann man die charakterisieren? ... Sie ist auch ein sehr starker Charakter, schon eine absolute Ruhrpottschnauze. Alles andere als ein typisches Mädel, sie interessiert sich für alles handwerkliche, spielt Bass, bangt, bangt dabei auch meistens 80% aller Kollegen gegen die Wand - das ist ziemlich witzig.
Und der Seven, den ihr dann heute Abend auch sehen werdet, ist das Oberenergiebündel schlechthin. Der will immerzu Schlagzeug spielen, sobald der am Drum-Kit sitzt, ist der zufrieden und strahlt.
So, das waren dann wohl alle. Über mich selber will ich mal nicht soviel sagen, das ist immer blöd, wenn man sich selbst einschätzen soll.


"Sobald Seven am Drum-Kit sitzt, ist der zufrieden und strahlt."

Otti: Zu guter letzt - Welche Schlagzeile würdest du gern mal auf der Titelseite der Bildzeitung sehen?

Torsten: Von meiner Band, oder wie?

Otti: Allgemein, irgendwas was dir da einfällt.

Torsten: Bildzeitung ... Schlagzeile ... Was wäre denn nett? Also es gab ja schon ein paar Sachen, die sehr erfreulich waren. Sowas wie: "Heavy Metal und Gothic-Musik sind nicht kinder- und jugendgefährdend." Aber da hat man ja durchaus schon Fortschritte gemacht. Ich bin ja erstaunt, was für nette Berichte es mittlerweile vom Wacken gab.

Otti: Oder WGT auch schonmal ...

Torsten: Absolut, ja. Also da muss man sagen, da hat sich schon etwas verändert. Als ich noch kleiner war, war es ja schon etwas schwieriger. In den 80ern gabs ja da diese Kirchenbücher: "Sie wollen nur deine Seele - aufpassen - da kommst du mit dem Teufel in Kontakt" und sowas. Insofern ist es eigentlich sehr schön, dass das inzwischen so ein bisschen zurückgegangen ist mit diesen komischen Befürchtungen. Das ist auch bei uns sehr schön, dass manchmal in Amerika oder England dann der 45jährige Papa mit dem Sohn oder der Tochter zum Konzert kommt. Das find ich auch ganz witzig und sehr schön. Insofern würde mir gar keine Schlagzeile einfallen, ich da gern mal lesen würde. Außer vielleicht mal etwas selbstkritisches: "Bildzeitung gibt zu - Wir haben uns geirrt!" .. Das wäre wirklich mal nett. *lacht*

Otti: Gibt es sonst noch etwas, das du loswerden möchtest?

Torsten: Danke fürs Interview, Viel Spaß heute Abend und liebe Grüße an alle, die uns mögen und auch an die, die uns nicht mögen! Musik ist ja kein Konkurrenzkampf, sondern etwas Schönes, was man genießen soll. Darum ist es immer blöd zu sagen, wir sind besser oder schneller oder toller. Man sollte einfach die Musik hören, die man toll findet ... solange man dabei etwas positives für sich herauszieht, ist das wunderbar. Wenn es Menschen inspiriert und glücklich macht, dann ist das schon die ganze Miete!

Otti: Ich danke dir auch!

Homepage: www.leaveseyes.de

Art des Interviews: face2face
25.11.2009 by Otti

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