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Interview (Musik)Blättern: Vorheriger Artikel | Nächster Artikel

Eisschock

Wenn eine gelernte Psychologin sich anschickt, düster-elektronische Musik zu produzieren, kann man davon ausgehen als Resultat ziemlich "krank" Musik zu bekommen. Tatsächlich aber ist der Sound von Eisschock eigenwillig, die Texte direkt und polarisierend zugleich, und doch ist es gerade diese explosive Mischung ,die ihren Sound so hörenswert macht. nach veröffentlichung ihrer Web-EP Play The Game wurden wir auf die junge Dame aufmerksam, und daraus entwickelte sich ein über die Monate hinweg geführtes Mail-Interview, welches tiefe Einsichten in die Welt dieser ganz besonderen Künstlerin bietet.

Otti:
Hallo Eisschock, erstmal Danke, daß Du Dich diesem Interview stellst. Dann erklär doch mal für jemanden vollkommen Unwissenden, was "Eisschock" für Dich bedeutet?

Eisschock:
Um zu erfahren, was Eisschock ist, besucht der geneigte Interessent am besten meine Webseite www.eisschock.com. Dort findet er zahlreiche Infos u.a. Fotos, Lyrik, natürlich auch Musik und eine kleine Einführung zu Eisschock (unter dem Menüpunkt "Über Eisschock"). Nach dem Besuch auf der Homepage kann sich jeder selbst ein Bild und eine Meinung machen, was Eisschock ist und bedeutet.


"Oft frage ich mich, wieso bestimmte Sachen sind wie sie sind, und was es bedeutet, wenn man sie erlebt."

Otti:
Du verarbeitest in Deinen Texten tatsächlich mit Vorliebe Themen aus Deinem gelernten Beruf. Ist die Musik da ein Fokus für das, was Du erfahren und erlebt hast oder welche Bedeutung hat das Thema "Psychologie" generell für Dich?

Eisschock:
Mich interessieren Menschen - ihr Verhalten und ihre Gefühlswelt. Überall wo Menschen sind, gibt es Psychologie. Somit komme ich um das Thema Psychologie gar nicht herum.lol
In meinen Songs verarbeite ich zum Einen Erfahrungen, die ich selbst gemacht habe und zum Anderen Erlebnisse meiner Freunde. Oft frage ich mich, wieso bestimmte Sachen sind wie sie sind, und was es bedeutet, wenn man sie erlebt.

Otti:
Hast Du denn durch die Musik manche Ereignisse auch schon besser verstanden? Gibt es auch Musik andere Künstler, die Dir Wahrheiten und Wirklichkeiten offenbaren?

Eisschock:
Die intensive Beschäftigung mit einem Song, dessen Lyrik und dessen Musik, hat zur Folge, dass ich mich eingehender mit den Themen befasse. Gerade als Solokünstler/in, wenn du von der ersten Note bis zum letzten Wort deiner Lyrik alles selbst gestaltest, begleitet dich ein Song sehr lange Zeit. Auch im Zeitalter der digitalen Technik ist es nicht so, dass ich innerhalb von einem Tag, mit einem Song fertig bin. Klar vereinfacht die Technik vieles, aber eben nicht alles. So gehen oft Monate ins Land bis ein Lied "steht". D.h. die lange Zeit, in der ich an einem Song bastle, zwingt mich dazu, mich mit dem Thema des Songs tiefgründig auseinander zu setzen. Als ich zum Beispiel In deinem Kopf (Debütalbum Therapie) schrieb, war es am Ende so, dass ich das Thema aus einer anderen Perspektive gesehen habe. Es begann zunächst damit, dass mir meine Muse erzählte, sie würde gern in den Kopf anderer Menschen schauen können, um zu verstehen, was sie denken und wie sie denken. Die Vorstellung fand ich sehr faszinierend, und sie inspirierte mich, den Song zu komponieren. Während ich an diesem Lied feilte, wurde mir klar, dass ich gar nicht in den Kopf eines anderen Menschen schauen möchte. Denn wenn ich es könnte, wäre ich konfrontiert mit einer anderen Denkweise und natürlich auch anderen Erfahrungen, die speziell dieser jemand gemacht hat. Fazit: Ich würde wohl total verrückt werden. Also bleibe ich lieber in meiner eigenen Welt, die ich kenne und selbst gestalten kann. Mal abgesehen von meinen eigenen Liedern gibt es viele Songs anderer Künstler, die mich zum Nachdenken und Grübeln anregen. Oft ist es für mich sehr interessant zu hören, wie "Kollegen" Themen interpretieren.

Otti:
Deine aktuelle EP Play The Game ist ausschließlich als Download-Version erschienen. Wie siehst Du die Zukunft der CD im Vergleich zum World Wide Web?

Eisschock:
Beides hat Vor- und Nachteile. Es wird sicherlich in Zukunft noch weitere Formen der Musik-VÖ geben, die uns momentan noch nicht bekannt sind. Letztlich entscheidet die Vorliebe des Käufers darüber, auf welche Art und wie er die Musik erwirbt.

Otti:
In Zeiten wirtschaftlicher Rezession und globaler Krisen besinnen sich die Menschen oft mehr auf Kunst und Musik. Was war denn das bisher rührendste oder intensivste Erlebnis, was Dir im Zusammenhang mit Eisschock passiert ist?

Eisschock:
Mich berührt immer wieder die Reaktion der Leute, die meine Musik mögen. Wenn sie mir sagen, dass sie in meinen Liedern genau das finden, was sie selbst empfinden. So haben sie das Gefühl, dass sie verstanden werden und nicht allein sind mit ihren Gedanken und Emotionen. Oft macht es mich sprachlos (im positiven Sinn!!), was sich Fans einfallen lassen, um mich zu unterstützen. Das war insbesondere der Fall bei Ramon aus den USA. Er hatte sich mein Debüt zugelegt und lies seine Kids zur Musik tanzen (das Ganze ist auf youtube zu sehen). Das war schon sehr beeindruckend.

Otti:
Weibliche "Solokünstler" sind in unseren Kreisen noch eine Ausnahme. Woran liegt das Deiner Ansicht nach? Wie hat das musizieren bei Dir begonnen?

Eisschock:
Das kann ich Dir leider auch nicht sagen, weshalb das weibliche Geschlecht unter den Künstlern in der Szene so rar vertreten ist. Ehe ich mit diversen Spekulationen anfange, lasse ich die Antwort lieber offen und wende mich der Frage zu, wann ich mit dem Musizieren begonnen habe. Eigentlich schon recht früh... als Teenie. Während meiner ersten Keyboardstunden fing ich an, eigene Stücke zu komponieren. Leider sind die nicht mehr aufzufinden, nachdem ich umgezogen war. Nach der "Teeniezeit" gab es eine längere Pause - Studium etc.. Bis es dann 2004 richtig los ging und ich an den ersten Liedern arbeitete.

Otti:
Wo ich grad Hass mich hör: Aus Deiner Expertensicht, wie ähnlich sind sich Hass und Liebe als menschliche Emotionsextreme wirklich?

Eisschock:
Für mich stellt sich die Frage: Wie abhängig sind Liebe und Hass voneinander - gibt es Liebe ohne Hass bzw. Hass ohne Liebe? D.h. kann jemand, der fähig ist Liebe zu empfinden auch gleichzeitig fähig sein, Hass zu empfinden? Antworten auf diese Fragen habe ich leider noch nicht gefunden. Somit kann ich Deine Frage gar nicht abschließend beantworten ;-)

Otti:
In einem anderen Interview sagst Du, daß Du Gleichgültigkeit verabscheust. Aber ist nicht gerade jene Egal-Einstellung oft ein guter Schutzschild gegen die vielen Eindrücke und Gefühle die tagtäglich auf uns einprasseln?

Eisschock:
Sicherlich ist es auch eine Schutzfunktion, was nicht unbedingt schlecht sein muss. Wenn sich aber die Egal-Einstellung auf Alles und Jeden bezieht, hat das für mich nichts mehr mit Schutz zu tun. Man könnte den Leuten, denen alles egal ist, auch eine Art (Denk-) Faulheit unterstellen.

Otti:
Ich hoffe, ich trete dir nicht zu nahe, wenn ich sage, daß Du ein äußerst attraktives Geschöpf bist. Ganz ehrlich, wie weit nutzt Du diesen Vorteil, um durchs Leben zu kommen und auch um Fans für Deine Kunst zu gewinnen?

Eisschock:
Vielen Dank für das Kompliment! Aussehen, also äußerliche Attraktivität, ist die eine Seite. Die andere Seite ist die innere Attraktivität. Wenn beide Seiten "schön" sind, ist für mich ein Mensch attraktiv. Ich zeige mich äußerlich und innerlich, so wie ich bin - äußerlich kann man das in meinen Videos sehen und auf den Fotos von mir. Meine innerliche Seite findet man in meiner Musik. Ich kann mich insgesamt nicht verstellen oder verbiegen, weil mir das Authentisch-Sein sehr wichtig ist. D.h. letztlich liegt die Schönheit doch im Auge des Betrachters.

Otti:
Ein damit verwandtes Thema ist die Erotik. Welchen Stellenwert haben Sinnlichkeit und Erotik in Deinem Leben? Woran machst Du die Ästhetik eines Bildes oder eines Augenblicks fest? Und wo liegt für Dich da die Grenze zum käuflichen, wie Du es in deinem Song Sex sells persiflierst?

Eisschock:
Ich sehe Sinnlichkeit, Ästhetik und Erotik als eine Einheit. Meine Sinne müssen angesprochen werden, um etwas als erotisch bzw. ästhetisch zu empfinden. Da ich ein äußerst sinnlicher Mensch bin, sind mir die o.g. Sachen sehr wichtig. An sich finde ich es nicht anstößig, mit Erotik und/oder Ästhetik, Geld zu verdienen. Es hat nur einen fauligen Beigeschmack, wenn es offensichtlich nur ums Geldverdienen geht. Gerade in der kommerziellen Musikbranche werde ich den Eindruck nicht los, dass Erotik als Mittel eingesetzt wird, um den Plattenverkauf und Bekanntheitsgrad zu steigern. Somit verkommt die Sinnesfreude zum billigen Ausverkauf. Das wiederum erhöht die Gefahr, dass du unweigerlich abstumpfst.


"Bisher gab es noch kein Thema, was mir zu persönlich war."

Otti:
So langsam kommt ja nun auch der Frühling aus seinem Winterschlaf gekrochen. Wie sehen Deine geplanten Aktivitäten für die nächsten Wochen aus?

Eisschock:
Ich will nicht zu viel verraten, aber so viel kann ich sagen, dass ich an einigen Projekten arbeite, und wenn es "spruchreif" ist, werde ich es auf meiner Homepage bekannt geben. Ein bisschen Spannung muss ja sein ;-)

Otti:
Ich werd´s mir nun sparen, eine Frage über Amokläufe zu stellen. Allerdings würde mich mal interessieren, welche Themen Du niemals in die Öffentlichkeit tragen würdest, sei es weil es zu geschmacklos ist oder zu persönlich.

Eisschock:
Gibt es geschmacklose Themen oder kommt es nicht eher auf die Perspektive an? Wenn ich beispielsweise an Kindesmissbrauch oder Amokläufe denke, ist es für mich pervers diese zu verherrlichen. Wenn ich also die Tätersicht bzw. -perspekive rechtfertige. Thematisiere ich aber die Opfersicht, finde ich es nicht geschmacklos offenzulegen, welches Leid die Tat dem Opfer und dessen Angehörigen gebracht hat.
Was ich persönlich von mir preisgeben will, hörst du in meiner Musik. Bisher gab es noch kein Thema, was mir zu persönlich war. Oft betreffen die Themen ja nicht nur mich, sondern finden sich auch in anderen Biografien.

Otti:
Stichwort Biografien: Nenn' mir doch bitte einen Menschen, den Du ganz besonders bewunderst, für das was er geleistet oder auch ertragen hat, natürlich mit einer nachvollziehbaren Begründung. ;)

Eisschock:
Eine Menge Menschen haben mich beeindruckt. Da ist es schwierig nur einen rauszupicken, der es mir besonders "angetan" hat.

Otti:
Hand aufs Herz - wie oft hast Du heute schon gelächelt? Und was war der schönste Auslöser, wenn es denn einen gab?

Eisschock:
Ich lächle jeden Tag, weil ich versuche jeden Tag zu genießen. Klar ist das nicht immer leicht. Aber mindestens ein Lächeln pro Tag sollte doch drin sein. Dafür brauche ich keinen besonderen Anlass. Es macht einfach Freude, wenn du jemanden anlächelst, und er/sie lächelt zurück. Probier´s mal aus... ;-)

Otti:
Nun mal aus reiner Neugier noch die Frage, wohin müsste ein Mann (oder eine Frau), Dich ausführen, um nicht gleich einen angeödeten Blick bezüglich der Unkreativität zu ernten?

Eisschock:
Enttäuscht würde ich nur reagieren, wenn sich derjenige keine Gedanken gemacht hat. D.h. wenn ich merke, dass sich jemand wirklich „einen Kopf macht“, kann es gar nicht im Desaster enden.

Otti:
Zu guter Letzt darfst Du noch drei Wünsche äußern, die Du an unsere Leser und/oder die Welt da draußen hättest.

Eisschock:
1. Schaltet Eure Sinne und Euer Gehirn an
2. Verliert nicht Euren Humor
3. Respektiert Euer Gegenüber

Art des Interviews: Email
01.08.2009 by Otti

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