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Dornenreich: Die "Nachtreisen" in Essen

Normalerweise wählt man seine Konzertbesuche ja anhand seiner persönlichen Präferenzen aus, das heißt man schaut sich vor allem die Bands live an, die man am liebsten hört oder von denen man zumindest recht viele Songs kennt. Zumindest scheint das die Vorgehensweise der meisten Leute zu sein die ich kenne, und auch bei mir beobachte ich dieses Phänomen immer wieder. Und da ja heutzutage jeder von akutem und notorischem Geldmangel befallen ist, lässt sich das auch teilweise nachvollziehen: Livegigs von Bands die man kennt haben eine prozentual wesentlich geringere Chance, sich als Fehlinvestition heraus zu stellen.

Denke ich aber an meine Jugendjahre zurück, und ja, an dieser Stelle muss ich mal wie ein alter Sack argumentieren, dann wird mir genau diese "Was der Bauer nicht kennt frisst er nicht"-Mentalität zunehmends zuwider. "Früher" hatte man doch auch kein Geld, und trotzdem war ich zeitweise jedes Wochenende auf Konzerten unterwegs. Hier eine Punkband, da ein Metalfestival, dort ein Jugendzentrum welches verschiedenste Nachwuchskünstler präsentierte. Und von den aufspielenden Akteuren kannte man wahrscheinlich nichtmal 50% im Vorfeld. Es waren Neugier, Spaß an Livemusik und natürlich auch an guter Party, die uns damals dazu trieben, hunderte von Kilometern quer durch die Region zu reisen - allen finanziellen und logistischen Hindernissen zum Trotz.

Warum also sollte man nicht mal wieder zu Konzerten gehen, bei denen man die Künstler kaum bis gar nicht kennt? Als ich das erste Mal von den "Nachtreisen" hörte, und das ist nun einige Monate her, waren mir Dornenreich und auch die beiden angekündigten Begleitbands noch gänzlich unbekannt. Irgendetwas jedoch in mir weckte Neugier. War es dieser wunderschön gestaltete Flyer, der meine Aufmerksamkeit in den Bann zog? Oder lag es an den interessant klingenden Namen, sowohl der Bands als auch der Tour als solche? Ich kann es gar nicht genau sagen, aber ich fühlte mich tatsächlich wieder wie mit 16, wie ein musikalischer Entdecker, den es in bis dato unbekannte Bereiche trieb, ich fühlte mich wie der Columbus der Neuzeit.
Positiver Zugewinn war zudem, als kurz darauf ein Freund einige Bannereinblendungen für die Tour auf Nightshade buchte, was fast wie ein Wink des Schicksals wirkte. Von da an war es festgeschrienben, ich wollte die "Nachtreisen" miterleben, aber ohne mir diesen Exkurs vorher durch zu viele multimediale Erkundungen zu zerstören. Lediglich ein kurzer Besuch auf der Dornenreich´schen Myspace-Seite und ein Blick in den angebotenen Teaser mussten herhalten, um mich nicht total aufs klangliche Glatteis zu führen. Ansonsten schottete ich mich einfach von den entsprechenden Bands ab, um möglichst unvoreingenommen am 12. September in Essen meiner unberührten Neugier freien Lauf zu lassen.


Fjoergyn

Als Begleitung hatte sich beizeiten unsere Nicole (Brummelhexe) angeboten. Zum Einen hatte ihre Newsarbeit sie ebenfalls mit Neugier erfüllt, zum Anderen war das Konzert im wahrsten Sinne des Wortes naheliegend, schließlich wohnt sie nur wenige Minuten vom Turock entfernt. Zu zweit und gut gelaunt machten wir uns also auf den Weg zum Ort des Geschehens, wobei ich dann überrascht zur Kenntnis nahm, daß das Turock fast direkt neben dem Café Nord liegt, jenem beschaulichen Ort, an dem ich seinerzeit mein Interview mit Myk Jung führen durfte, und welches mir bis heute als angenehmes Frühwerk meiner journalistischen Laufbahn im Gedächtnis geblieben ist. Während wir so auf den Einlaß warteten nahmen wir noch ein sehr interessantes Schild wahr, welches direkt über der Eingangstür des Turock platziert hing, und besagte, daß der Ausgang erst ab 21 Uhr wieder geöffnet sei, bzw bei vorherigem Verlassen die Eintrittskarte verfallen würde. Amüsiert über diese ungewöhnliche Regelung ergingen wir uns in den wildesten Spekulationen über den Zweck des Ganzen, wodurch die Wartezeit angenehm verkürzt wurde.

Nach einem kurzen Aufwärm-Bierchen hieß es Stellung zu beziehen: Es gab keinen Fotograben (was bei einem solch kleinen Rahmen auch eher Schwachsinn gewesen wäre), das Turock füllte sich aber beständig, und so war um brauchbarer Fotos willen ein Platz in Bühnennähe für mich zwingend erforderlich. Tatsächlich muss man sagen, daß dieser "Nachtreisen"-Abend wohl sehr nah am Zustand "ausverkauft" gewesen sein dürfte, was mir Hoffnung macht, daß es um die Live-Kultur in Deutschland besser steht als es manchmal scheint.


Ahab

Opener an diesem Abend war eine Band namens Fjoergyn, welche auf die Nachtreisen aufgesprungen waren, nachdem die eigentlich angekündigten Fen aus terminlichen Gründen absagen mussten. Diese Thüringer Klassik-Metaller erwiesen sich aber als mehr als würdiger Ersatz, war doch jeder Song ein kompositorisches Meisterwerk. Gespielt wurden z.B. Karthasis, Sade und Narziss(T), zumindest wenn ich die Ansagen richtig verstanden habe. Einziger Wehrmutstropfen waren die Plain-Gesänge des Frontmanns, die live ein wenig an schlechten Punkrock erinnern. Hört man sich das Ganze auf Myspace an wirkts im nachhinein doch wesentlich ausgereifter...
Davon abgesehen entpuppten sich Fjoergyn aber genau als solch eine Entdeckung, wie ich sie eingangs erwähnte: Bis zu diesem Tag mir vollkommen unbekannt, überzeugten sie rein durch kreative Musik und eine passende, wenn auch relativ statische Bühnenpräsenz. Der halbstündige Gig war allerdings maximal zum reinschnuppern tauglich. Für einen tieferen Einblick in die Welt dieser Combo hat es leider nicht gereicht, auch wenn die Jungs sogar noch ne kleine Zugabe spielen durften, die vom Publikum energisch gefordert wurde.

Im krassen Gegensatz dazu, zumindest aus subjektiver Sicht, standen dann Ahab. Jene Doom-Metal-Combo um Sänger Daniel Droste, schaffte es, mich und Nic mit quälend langsamen und langatmigen Songs einzulullen, wodurch sich unwillkürlich eine kaum zu ertragende Müdigkeit breit machte. Es gab wohl auch hierfür einige Fans, allen voran jener Freak welcher sich unbedingt vor der Bühne fotografieren lassen musste und im Anschluss die Band belagerte, aber... Nein, machen wir es kurz: So gut das süddeutsche Quartett mit starker Affinität zum Meer seine Instrumente beherrscht, meine Wenigkeit kann mit solchen Dingen auf der Bühne einfach nix anfangen.


Dornenreich

Zum Glück kamen dann ja noch Dornenreich, Headliner des Abends und diejenigen, um die die ganze "Nachtreisen"-Tour angelegt war. Hier wusste ich zumindest, aufgrund des oben genannten Myspace-Ausflugs, daß ich musikalisch nicht ganz enttäuscht werden würde. Der anfängliche Bühnenaufbau ließ Nic, mich und einen sympathischen Mit-Fotografen darüber sinnieren, ob vielleicht doch ein reines Akkustik-Set an diesem Abend gespielt weden sollte, auch wenn Nicole sich sicher war gegenteiliges im Vorfeld gelesen zu haben.
Tatsächlich war es dann aber nur der Eröffnungs-Song, welcher unverzerrt dargeboten wurde. Danach rockten sich Dornenreich Stück für Stück in höhere Metal-Gefilde und damit in die Herzen des Publikums. Die Kombi aus Gitarre, Drums und Violine erzeugt einen eigenwilligen, aber mitreissenden Sound, welcher durch die intensive Bühnenshow und die interessanten Lyrics noch verstärkt wird. Im Gedächtnis geblieben sind mir hier Stücke mit solch ungewöhnlichen Titeln wie Leben Lechzend Herzgeflüster und Grell und Dunkel strömt das Leben, welche aber auch nur andeuten können, wieviel genialer Wahnsinn in dieser Combo steckt. Zugaben gab es bei Dornenreich allerdings keine, was daran liegen dürfte, daß die Band schon weit über die ursprünglich angesetzte Zeit hinaus gespielt hat.
Und so ist meine kindliche (und journalistische) Neugier letztlich richtig belohnt worden. Ich weiß nun, warum der Name Dornenreich so oft fällt, und wieso jene Band, die ich bis dahin eben auch kaum wahrgenommen hatte, tatsächlich Scharen von Fans zu ihren Konzerten lockt.

Schlussendlich will ich allen da draussen nur noch empfehlen: Schaut euch um was in nächster Zeit so in euerer Umgebung an Konzerten stattfindet, und zieht einfach los. Sind die Bands mies könnt ihr immernoch ordentlich mit den restlichen Leuten feiern, aber die Chancen stehen nicht schlecht, wirklich was neues zu entdecken. Für mich waren zwei der drei Bands im Turock Volltreffer!
In diesem Sinne,
Euer Otti

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12.09.2009 by Otti

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